Synapsen und das Neuronale Netzwerk
„Eine neue Art von Denken ist notwendig,
wenn die Menschheit weiterleben will."
Albert Einstein
Dr. Candace Pert am George Town Medical Centre fand heraus, dass Denken eine direkte Wirkung auf das Immunsystem hat. Diese Erkenntnis ist nichts Neues! Doch erstmals ist es gelungen sicherzustellen, dass durch Gedanken, also während ein Menschen denkt, bestimmte Botenstoffe vom Gehirn freigesetzt werden, die eine zellulare Veränderung am Körper vornehmen. Es besteht somit eine Verbindung zwischen Körper und Geist. Nach Pert ist es somit unmöglich keinen Gedanken zu denken, ohne dass dabei eine körperliche Veränderung eingeleitet wird.
„Es werden Chemikalien freigesetzt. Diese kleinen Moleküle verteilen sich über den Blutkreislauf im ganzen Körper. Sie verbinden sich zu Rezeptoren, welche die Möglichkeit haben alles zu verändern. Von der Geschwindigkeit der Verdauung bis zur Größe eines Tumors. Es ist also vorstellbar, den Tumor einfach wegzudenken. Das Bewusstsein kann die physikalischen Moleküle schaffen und sie verändern."
Das ist die biochemische Erklärung für den Prozess physiologischer Veränderung. Zur Verdeutlichung sei angemerkt, dass nicht das Gehirn selbst die Botenstoffe produziert, sondern lediglich den Befehl über neuronale Bahnen an bestimmte Drüsen im Korper sendet, die dann die gebildete Sekretion als Wirkstoff ins Blut abgeben und so die biochemisch-physiologischen Prozesse steuert und koordiniert.
„Gedanken lösen Emotionen aus."
Sogenannte Neuropeptide, freigesetzte Botenstoffe von Nervenzellen, stehen unter dem Einfluss von Emotionen, was darauf schließen lässt, dass Gedanken Neurotransmitter steuern. Es findet eine chemische Aktivität statt, die einen elektrischen Prozess in den Verbindungen zu den jeweiligen Organen auslöst. Eine solche Verbindung stellen beispielsweise die Synapsen dar. Über sie gelangt der Neurotransmitter als Informationseinheit auf eine andere Zelle. Nervenzellen sind in einem neuronalen Netzwerk miteinander verbunden. Bedenkt man, dass eine Nervenzelle etwa 10.000 Schaltstellen zu anderen Nervenzellen bildet und eine Ausschüttung von Transmittern in 0,2 Millisekunden erfolgt, erscheint der Zusammenhang zwischen Denken und der Steuerung einzelner Körperfunktionen recht plausibel. Denn das Axon (Senderzelle) einer Synapse übergibt den Neurotransmitter an das Dendrit (Empfängerzelle) weiter. Axon und Dendrit sind indirekt miteinander verbunden.
Das heißt, die Synapse besteht quasi aus zwei Teilen und sendet die Informationen in verschiedenen Formen, chemisch, gasförmig oder aber auch elektrisch von Senderzelle über den synaptischen Spalt hinüber zur Empfängerzelle. Im späteren Verlauf wird deutlich, weshalb die Übertragungsform eine wesentliche Bedeutung innehat. Ausschlaggebend hierbei ist, dass die Nervenzelle nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip arbeitet und es immer einen bestimmten Neurotransmitter gibt, der auf einen bestimmten Rezeptor passt. Der Informationstransfer findet darüber hinaus nur dann statt, solange der Rezeptor nicht schon belegt oder blockiert ist. Enzyme im synaptischen Spalt trennen den Transmitter vom Rezeptor, sobald die Aufgabe des Neurotransmitters erledigt ist. Neben den chemischen Synapsen unterscheiden sich die elektrischen Synapsen, bei denen das augenscheinlich auffälligste Merkmal der fast fehlende Synapsen Spalt ist. Die Brücke wird gebildet durch den „Gap Junction" Kanal, dadurch, dass sie ohne einen zusätzlichen Neurotransmitter auskommen. Der Effekt ist eine nahezu verzögerungsfreie elektrische Erregung, welche über zwei Neurone, die durch Kanäle direkt miteinander verbunden sind erfolgt. Der Vorteil elektrischer Synapsen liegt zweifelsfrei darin, dass die elektrische Aktivität im neuronalen Netzwerk synchron stattfindet und dadurch, wie eine einzige große Zelle arbeitet.
Hormone wissen also, an welcher Stelle im Körper sie aktiv werden müssen. Andersherum weiß der bestimmte Teil des Körpers, dass ein Botenstoff für ihn bestimmt ist und reagiert darauf, indem er eine Veränderung vornimmt. Die Aussage kann nunmehr damit ergänzt werden, dass auch ohne Neurotransmitter Einfluss auf die Prozesse im Körper genommen werden kann. Denn Interneurone, Nervenzellen im Zentralnervensystem (ZNS die zwei oder mehrere Nervenzellen miteinander verschalten, kommunizieren mittels elektrischer Synapsen. Es findet somit eine direkte Weitergabe der empfangenen Impulse statt.
Die hochfrequente Kommunikation elektrischer Synapsen beziehungsweise Neurone ermöglicht die Verknüpfung von Sinneseindrücken zu einer Einheit, die sich dann als Bewusstseinseindruck repräsentiert. Es handelt sich um einen Prozess hochkomplexer Gehirnaktivitäten, bei denen Millionen von Nervenzellen samt Milliarden von Synapsen zusammenwirken und das Ergebnis Gedanken sind, also ein Prozess des Denkens ist.
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